Ethik und Religionsunterricht

 

 

Leserbrief zur Abstimmung über die Ethikinitiative der Jusos und das 1:1-Modell der Landeskirchen und der Regierung

 

 

Es klingt zukunftsträchtig, wenn eine Initiative sich „Ethik“ auf die Fahnen schreibt. Erlaubt sei die Frage: „Von welcher Ethik ist hier die Rede ? Welche Werte sollen vermittelt werden ? Von wem werden welche Werte vorgegeben ?“

Bislang war es in der Schweiz und auch in Graubünden Konsens, dass der Staat von Werten lebt und getragen wird, die er selbst nicht schaffen kann. Sondern er setzt ein Grundvertrauen in die Elternhäuser, in die Dorfgemeinschaften und in die Kirchgemeinden. 

Die Initiative der Jusos will mit dieser Tradition, dass der Staat sich selbst bescheidet, radikal brechen. Mit der geplanten Verbannung der Religion aus der Schule geht eine Aufblähung des Staates in Räume einher, aus denen er sich bisher aus guten Gründen herausgehalten hatte.

Diese Radikalität passt nicht in unseren Kanton und zu seiner gewachsenen Schulkultur. Darum ein überzeugtes „Nein“ zur Ethikinitiative und ein klares „Ja“ zu dem fairen und ausgewogenen 1:1-Modell der Regierung und der Landeskirchen.

 

David Last, reformierter Pfarrer in Pontresina

 

siehe auch:  www.religionundethik.ch